Donnerstag, 10. Mai 2012

Fluff


Dass ich von meinem Bruder ein paar Farben einer für mich noch neuen Wollsorte geschenkt bekommen hab, hatte ich ja schon erzählt, und mit so einer undefinierten Wolke fluffiger Wolle fängt also alles an :) - bevor man mit Idee, Nadel, Wasser und viel Hingabe Stück für Stück eine Form aufbaut und ihr immer festere und definiertere Gestalt gibt, bis ein, je nach Wunsch, einigermaßen bis richtig robustes Objekt entstanden ist.


Ist schon faszinierend, wie aus so einem luftigen Faserzusammenhang, der bei elektrostatischer Aufladung durch die Gegend geistert und fallen gelassen sich noch gemütlich vom Luftwiderstand sanft zu Boden tragen lässt, ein Teil werden kann, das man erst mit einem weichen POFF! und durch noch festeres Filzen dann sogar mit einem klaren POCK! auf den Tisch hauen kann. ^^


Langsam lernt die Wolle durch ständige Wiederholung ihre neue Form und während man am Anfang noch aufpassen sollte, dass man die losen Fasern nicht einatmet, bekommt man am Ende einen festen Faserverbund, der selbst Feuer aushält. Tjaja... da könnt man glatt philosophisch werden... ;) Neben all der Anstrengung und den fiesen Nadelpieksern hat Filzen halt auch was Meditatives und während man so vor sich hinarbeitet, ergibt sich manch schöne Sinnbild... ^^


Aber genug von meiner kleinen Filzosophie. ;) Ich sollte wohl noch anmerken, dass die Farben auf den Fotos... irgendwie anders sind. ^^ Vielleicht spinnt die Kamera, vielleicht liegt's auch einfach nur daran, dass das Licht frei durch die ausgebreiteten fluffigen Fasern scheint und hin und her reflektiert wird. Jedenfalls ist das mittlere Grau eigentlich ein schönes dunkles Anthrazit, das Rot ein sattes Dunkelrot, das Türkis ein tiefes Petrol und das helle Rauchblau eigentlich auch viel dunkler und intensiver. Fest verfilzt werden die Farben aber sicher wieder schön satt zur Geltung kommen. Wunderzeug Wolle. :)

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